Welches Ziel hat der Buddhismus? 

Der Buddhismus zählt zu den großen Weltreligionen, wird jedoch vielfach nicht als Religion betrachtet, sondern als Philosophie oder Geistesschulung. Der historische Buddha wurde vor ca. 2500 Jahren als Königssohn Siddharta Gautama in Lumbini, dem heutigen Nepal, geboren. Durch Geistesschulung und Meditation erreichte er Erleuchtung (Nirvana), das höchste Ziel. Er entwickelte durch vielfache Erfahrung die Lehre und ihre Methoden, um auf diese Stufe zu gelangen.

Was sind die vier Schulen des Tibetischen Buddhismus?

Es gibt unterschiedliche Traditionen, wie den Theravada Buddhismus, der vor allem das Ziel der eigenen Befreiung und den Mahayana Buddhismus, der die Erleuchtung aller Lebewesen anstrebt. Der Tibetische Buddhismus ist ein Zweig des Mahayana-Buddhismus. Er hat jedoch, wie in allen Ländern, in die er sich   ausgebreitet hat, eine eigene Ausprägung entwickelt. S.H. Dalai Lama, S.H. Karmapa und S.H. Sakya Trizin sind prominente Vertreter. Die tibetische Tradition enthält die wesentlichen Lehren aller buddhistischen Übungswege, des Theravada und Mahayana, einschließlich des Tantra. Die vier großen Schulen des Tibetischen Buddhismus sind Nyingma, Kagyü, Sakya und Gelug.

Die Entstehung der Sakya Tradition

Die Sakya-Tradition ist eine der vier großen Schulen des tibetischen Buddhismus. In der tibetischen Region Sakya gegründet, wurde die Linie im Jahr 1073 durch Könchok Gyalpo ins Leben gerufen und bis heute ohne Unterbrechung gelehrt. Kern der Sakya Lehren ist das Hevajra Tantra mit den Lam Dre Belehrungen "Der Pfad und seine Frucht", sie wurden im 9. Jahrhundert von dem indischen Mahasiddha Virupa weitergegeben. Der aktuelle 41. Thronhalter, Seine Heiligkeit Sakya Trizin, lebt heute in Rajpur, Nordindien.

Die Sakya-Schule ist für ihre Gelehrsamkeit und Reinheit ihrer Lehren bekannt. Sakya Pandita, einer ihrer großen Lamas, gilt als direkte Manifestation des Bodhisattva der Weisheit, Manjushri. Eine weitere Besonderheit der Sakya-Schule ist, dass der indische Mahasiddha Naropa die Lehren von Vajrayogini zwei nepalesischen Brüdern, den Phamthing-Brüder, übermittelt hat. Durch die nepalesischen Tantriker fand diese Überlieferung ihren Weg in die Sakya-Schule, die heute als die Hauptpraxis der „13 Goldenen Dharmas“ bekannt ist. Die Vajrayogini-Praxis ist eine der tiefgründigsten Praktiken des Buddhismus überhaupt.

Neben der Haupt Sakya-Tradition gibt es drei Untertraditionen: Ngorpa, Tsarpa und Dzongpa. Die Ngorpa Linie wurde von Ngorchen Kunga Zangpo (1382-1457) mit dem Ngor Evam Chodan Kloster 1430 gegründet. Das aktuelle Oberhaupt der Ngorpa Linie ist Seine Eminenz Luding Khenchen Rinpoche.

Die Tsarpa Nebenlinie begann mit der Gründung des Dar Drongmoche Kloster durch Tsarchen Losal Gyatso (1502-1556). Das Oberhaupt der Tsarpa Linie S.E. Chogye Trichen Rinpoche starb am 22. Januar 2007. Der Gründer der Dzongpa Tradition war Dorje Chang Kunga Namgyal. Das Hauptkloster ist Gongkar Chode, berühmt durch Kyentse Wangchug, der den Kyenri Malstil entwickelte. Das aktuelle Oberhaupt der Dzongpa Tradition ist Gongkar Dorjedenpa Tenzin Jampal Lungtok Namgyal Rinpoche.